10 Jahre Seek for Hope
(Ganz unten findet ihr jetzt – Stand 12.12.2025 – ein kleines Weihnachts-Update.)
Es ist nicht zu fassen – wie ich gerade nachgelesen habe, war ich zum 9x in Nkokonjeru – (mit einer pandemiebedingten Pause 2021)
Hier für euch auch noch einmal zum Nachlesen: Wie alles begann… (Ein Text aus 2016)
Im August 2015 flog ich nach Uganda, um dort mit benachteiligten jungen Frauen zu arbeiten. Aber dort angekommen, bemerkte ich, dass das Projekt gar nicht existierte.
Anthony Kizito, bei dem ich wohnte, sagte: „Office hours are from 9-4“. Mich traf fast der Schlag, denn für Büroarbeit war ich nicht nach Afrika gekommen!
In den nächsten Tagen bekam ich sehr viel vom Leben in und um Nkokonjeru mit, da Anthony der Direktor von „Reach out Nkokonjeru“ war und sich um viele lokale Frauenprojekte kümmerte, zu denen er mich mitnahm.
Aber sein Herzenswunsch war es, dass alle Kinder Zugang zur Bildung haben. Deshalb fragte er mich, ob ich nicht ein Projekt starten wollte, bei dem ich in Österreich Paten suche, die das Schulgeld für Kinder zahlen, deren Familien es sich nicht leisten können…und um ehrlich zu sein, ich wollte nicht!!! Ich konnte mir nicht vorstellen, wie es funktionieren sollte. Aber da ich Anthony nicht enttäuschen wollte, weil ich gesehen habe, mit welcher Energie er an dem Projekt arbeitete, willigte ich ein.
Von dem Moment an kamen immer mehr Mütter, Großmütter, Tanten und Onkel, die ihre Kinder für das Projekt anmelden wollten.
Nachdem ich die herzzerreißenden Lebensgeschichten der Kinder gehört hatte, gab es kein Zurück mehr. Der Blick in die dankbaren Augen der Mütter hat mir die Sicherheit gegeben, dass ich in Wien erfolgreich sein würde.
Und : Ich war es!
Es war ein Kinderspiel, für die 20 Kinder Paten und Patinnen zu finden, und schon bald konnte ich die erste Überweisung tätigen.
Im Laufe der nächsten Monate kamen weitere Kinder dazu, sodass es schnell 30 Kinder waren.
Da alle Kinder aus katholischen Familien kommen, hatte ich vor Weihnachten die Idee, den Kindern ein Weihnachtsgeschenk zu machen, und alle Paten haben zugestimmt. So konnten den Familien 3Euro/Kind ausgezahlt werden, was wenig erscheint, aber ein kleines Vermögen ist.
Im Februar habe ich mich dann entschlossen, nach Nkokonjeru zurückzukehren, um zu schauen, was es Neues gibt, um die Kinder wieder zu treffen und um neue Kinder in das Projekt aufzunehmen.
Dank der tollen Unterstützung meiner KollegInnen konnte ich 17kg Geschenke (Stifte aller Art, Radiergummis, Lineale usw., aber auch kleine Spielsachen) mitnehmen und verteilen. Die Freude war groß!
Eine neue Ära beginnt
Es war Sommer 2016 und dieses Mal kam ich aber nicht allein, sondern in Begleitung von meiner Freundin Susi, selbst Patin von 2 süßen Kindern.
Es war schön, wieder nach Nkokonjeru zu kommen, zu sehen, wie viel sich in nur einem Jahr verändert hat, aber auch bekannte Gesichter wieder zu sehen und und und…
Mit Susis tatkräftiger Unterstützung haben wir nicht nur einen Namen für unser Projekt gefunden – Seek for Hope (ein Kommentar einer hilfesuchenden Mutter aus dem Gästebuch), sondern auch eine „richtige“ Struktur in das Projekt gebracht. Es gibt jetzt auch eine Homepage, auf der sich alle PatInnen und solche, die es noch werden wollen, informieren können. Und last but not least haben wir einen Verein mit dem Namen Seek for Hope-Hilfe für Kinder in Uganda gegründet.
Jetzt, 10 Jahre später, kann ich auf eine – für afrikanische Verhältnisse – unglaublich lange Historie zurückblicken – und ich muss gestehen – mit ein wenig Stolz. Unglaublich, was WIR – ihr alle gemeinsam mit Sam und unseren Assistentinnen geschaffen und geschafft haben.
Weit mehr als HUNDERT Kinder und Jugendliche haben wir in das Programm aufgenommen und viele von ihnen werden jetzt schon 10 Jahre betreut. Einige wenige haben wir verloren – im wahrsten Sinne des Wortes, weil sie „relocated“ wurden – so nennt man das, wenn die Familien über Nacht ihre Behausung – von Wohnung kann man leider nicht sprechen-verlieren, weil sie die Miete nicht mehr bezahlen konnten und bei Nacht und Nebel verschwinden- um der Scham vor der Gemeinschaft zu entgehen – oder weil sie ihre Guardians (Onkel, Tanten, Großmütter,..) verloren haben und zu irgendeinem anderen Verwandten geschickt werden. Manchmal bleiben sie mit uns in Kontakt und wir zahlen weiterhin das Schulgeld, auch wenn sie weit weg wohnen. Zurzeit suchen wir 2 Jugendliche, die ihre Familie verlassen haben und niemand weiß, wo sie sind. Hoffentlich tauchen sie nach den Ferien wieder auf.
Einige Jugendliche haben ihre Lehre (die wir auch bezahlt haben ) abgeschlossen, 3 Mädchen haben schon – nach Ende ihrer Ausbildung – geheiratet und aktuell sind 97 (Kinder und nach 10 Jahren sind sehr viele schon Jugendliche) im Programm. Jedes Jahr wieder erzählt mir Sam von neuen Kindern, die wir dann aufnehmen. So auch heuer wieder… 3 Kinder, die von ihrer Mutter beim Begräbnis des Vaters zurückgelassen wurden. (Da nun der Versorger fehlt, hat sie keine Möglichkeit für das Leben der Kinder aufzukommen.) Für uns unverständlich, sowohl das Verhalten der Mutter, als auch die Armut, in der manche Familien leben.
Aber es gibt auch viele positive Nachrichten. Einige Zeugnisse sind : OUTSTANDING, einige SUPER und bis auf 2 sind alle im oberen Bereich der Grades. Es ist wirklich toll zu sehen, wie sich alle sowohl körperlich als auch schulisch toll entwickelt haben. Die hungrigen Augen der ersten Jahre habe ich Gottseidank nicht mehr sehen müssen. Auffallend ist allerdings, dass die Kosten immer höher werden und von manchen Familien nicht mehr gestemmt werden können. So habe ich diesmal nicht nur Schuhe und Schultaschen, sondern auch 60 Hefte, einige Bücher, Taschenrechner etc. kaufen müssen. Auch die Prüfungsgebühren sind für ugandische Verhältnisse ziemlich hoch – da konnte ich, dank eurer Spenden, ebenfalls aushelfen.
Ich hatte auch die Gelegenheit einige der Ziegen zu sehen, die wir vor einigen Jahren gekauft und Frauen übergeben haben, und zu hören, dass sie eine gute Einnahmequelle für die Familien sind. (Ziegenfleisch ist sehr beliebt)
Zum Schluss noch ein paar Worte zur Zukunft des Projekts:
Das Bäckereiprojekt haben wir gestoppt. Gottseidank bevor wir Geld ausgegeben haben (Es hat Probleme mit der Schule, wo es stattfinden sollte, gegeben.)
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass wir nichts Neues mehr probieren, sondern bei unseren Hauptanliegen bleiben:
- Schulgeld: Wir zahlen den größten Teil (einen geringen Beitrag müssen die Familien leisten) mit einer Jause und einer warmen Mahlzeit.
- Sanatary-Project: Wir fertigen waschbare Monatsbinden an und verteilen sie an unsere Mädchen.
- Sundaytalks: Esther trifft die Mädchen, Sam die Burschen und es wird über all die Themen gesprochen die aktuell, nötig oder tabu sind. Dabei gibt es für die Mädchen auch eine Einschulung über den Gebrauch der Pads.
- Ziegenprojekt: Auch heuer konnten wir einem Geschwisterpaar eine gespendete Ziege übergeben.
- Individuelle Hilfestellung: Medikamente, eine Solarlampe (weil man ohne Strom nicht lernen kann), usw.
So, das wars für jetzt. Ich möchte mich wieder für eure finanzielle Unterstützung aber auch für die vielen Sachspenden bedanken. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel man mit 10 oder 20 Euro dort bewegen kann und welch unendliche Freude es macht helfen zu können. Ich hoffe, dass ich das mit meinem Bericht ein wenig vermitteln kann.
Liebe Grüße
Andrea
P.S.: Ich sammle schon wieder für nächstes Jahr: Schulsachen, Getränkeflaschen, Herrentaschentücher, Sommerkleider (nicht zu kurz), T-Shirts ( vor allem für junge große Männer),
Weihnachtsupdate 12.12.2025
Ein Dankesbrief von Sam und Fotos von unseren Kindern, die euch Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch wünschen.





